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Fear of Losing Control (Parent)

Kontrollverlust-Angst ist die Furcht, in stressigen Momenten die Beherrschung zu verlieren: zu schreien, auszurasten oder das eigene Kind zu verletzen. Bei erschöpften Eltern taucht dieses Gefühl oft auf. Es sollte ernst genommen werden, denn dahinter steckt meist eine massive Überlastung.

Definition

Kontrollverlust-Angst bei Eltern: die Furcht, auszurasten

Viele erschöpfte Eltern kennen diesen Moment: Das Kind weint zum dritten Mal in der Nacht, der Alltag läuft seit Wochen auf Kante. Und plötzlich ist da diese erschreckende Frage: „Was, wenn ich gleich ausraste? Was, wenn ich die Kontrolle verliere?"

Diese Angst hat einen Namen: Kontrollverlust-Angst. Sie kommt häufiger vor, als die meisten Eltern ahnen. Kaum jemand spricht laut darüber.

Was genau ist Kontrollverlust-Angst?

Kontrollverlust-Angst ist die Furcht davor, in einem überwältigenden Moment die Beherrschung zu verlieren. Das kann bedeuten:

  • Angst, laut zu schreien oder das Kind anzubrüllen
  • Angst, etwas zu tun, das sich hinterher nicht mehr rückgängig machen lässt
  • Furcht vor den eigenen Impulsen, wenn alles zu viel wird
  • Sorge, innerlich so „wegzubrechen", dass man als Elternteil nicht mehr funktioniert

Manchmal tauchen dabei konkrete Bilder auf. In der Fachsprache heißen sie aufdringliche Gedanken: ungewollte, erschreckende Vorstellungen, die wie aus dem Nichts kommen und sofort Schuldgefühle auslösen. Solche Gedanken zu haben bedeutet nicht, dass man sie ausführen will oder wird.

Warum entsteht diese Angst?

Wer über lange Zeit zu wenig schläft und kaum Erholung oder Unterstützung bekommt, dessen inneres System gerät unter Druck. Der sogenannte Stresslevel sinkt nie richtig ab, er bleibt dauerhaft erhöht. In diesem Zustand reagiert das Nervensystem empfindlicher. Impulse kommen schneller, die Fähigkeit zur Selbstregulation lässt nach.

Die Kontrollverlust-Angst wirkt dann wie ein innerer Alarm: Das eigene System merkt, dass es an seine Grenzen stößt, und schlägt Warnung. Mit schlechtem Elternsein hat das nichts zu tun. Dahinter steht in aller Regel eine zu hohe Dauerbelastung über zu lange Zeit.

Im Kontext von Eltern-Burnout gehört diese Angst zu den häufig beschriebenen, aber selten offen genannten Symptomen. Erschöpfung und emotionale Distanz gehen oft Hand in Hand mit der Furcht, innerlich zu „flippen". Dazu kommt bei vielen das Gefühl, zu versagen.

Was hilft und was nicht

Was nicht hilft: die Angst wegdrücken oder sich dafür schämen. Scham macht sie größer.

Was helfen kann:

  • Benennen, was da ist. Die Angst auszusprechen nimmt ihr oft etwas von ihrer Bedrohlichkeit.
  • Den eigenen Stresslevel ernst nehmen. Diese Angst zeigt, dass im Alltag etwas grundlegend entlastet werden muss.
  • Kurze Unterbrechungen einbauen. Steigt die Spannung, verlassen Sie den Raum, atmen kurz durch und nehmen Abstand.
  • Mit jemandem sprechen. Zum Beispiel mit einer Vertrauensperson oder einer Beratungsstelle. Auch eine Elternbegleitung kommt infrage.

Wann Sie sich professionelle Unterstützung holen sollten

Wird die Angst sehr intensiv, häufen sich aufdringlich wiederkehrende Gedanken, oder haben Sie das Gefühl, kurz vor einem echten Kontrollverlust zu stehen: Holen Sie sich zeitnah Unterstützung. Ob und was dahintersteckt, kann nur eine Kinder- und Jugendpsychiatrische Fachkraft (KJP) oder eine approbierte Psychotherapeutin bzw. ein approbierter Psychotherapeut einschätzen. Sich diese Hilfe zu holen ist keine Schwäche. Es ist Fürsorge für sich und die Familie.

Im Rahmen von Coaching und Elternbegleitung, etwa bei Rückenwind-Eltern, kann es darum gehen, die eigene Belastungssituation besser zu verstehen und erste Entlastungsschritte zu finden. Auch die Frage, welche Art von Unterstützung als Nächstes sinnvoll ist, hat dort Platz.

Ein erster Schritt

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