Corregulación
Co-Regulation beschreibt, wie Kinder ihre Gefühle und ihr Verhalten mithilfe einer ruhigen, verlässlichen Bezugsperson regulieren lernen, lange bevor sie das alleine schaffen.
Definición
Was bedeutet Co-Regulation?
Kinder kommen nicht mit einem fertigen „Beruhigungs-System" auf die Welt. Ihr Nervensystem lernt erst nach und nach, mit starken Gefühlen umzugehen, etwa mit Wut, Angst, Enttäuschung oder Überforderung. Bis das klappt, brauchen sie jemanden, der ihnen dabei hilft: meistens Mama, Papa oder eine andere enge Bezugsperson.
Genau das nennt man Co-Regulation: Das ruhige Nervensystem der Bezugsperson wirkt wie ein Anker für das aufgewühlte Nervensystem des Kindes. Das Kind „leiht" sich sozusagen die Ruhe der Erwachsenen und kann sich so wieder fangen.
Wie sieht Co-Regulation im Alltag aus?
Co-Regulation passiert oft ganz unbewusst. Zum Beispiel, wenn Sie:
- Ihr schreiendes Baby ruhig an sich drücken und sanft wiegen,
- Ihrem Kleinkind beim Wutanfall mit ruhiger Stimme sagen: „Ich bin hier. Das wird gleich besser."
- Ihrem Grundschulkind nach einem Streit mit Freunden einfach zuhören, ohne sofort Lösungen zu liefern,
- einen tiefen, hörbaren Atemzug machen, sodass Ihr Kind ganz automatisch mitatmet.
Sie müssen dafür nicht perfekt sein und dürfen selbst gestresst werden. Es reicht, wenn Sie immer wieder in eine ruhige Verbindung mit Ihrem Kind zurückfinden.
Warum ist das so wichtig?
Jedes Mal, wenn ein Kind mit Ihrer Hilfe aus einem emotionalen Ausnahmezustand herausfindet, trainiert sein Gehirn: „Starke Gefühle gehen vorbei. Ich bin nicht allein." Mit der Zeit verinnerlicht es diese Erfahrung und kann sich irgendwann auch selbst beruhigen. Co-Regulation ist der Weg zur Selbstregulation.
Das heißt auch: Rastet Ihr Kind immer wieder „aus", hat es schlechte Laune oder lässt es sich schwer beruhigen, steckt dahinter meistens kein schlechtes Benehmen. Das Nervensystem braucht dann schlicht noch Unterstützung von außen. In diesem Alter ist das ganz normal und gehört zur Entwicklung.
Was, wenn ich selbst gerade im Stress bin?
Co-Regulation funktioniert nur, wenn Sie selbst einigermaßen reguliert sind. Genau da liegt für viele Eltern die Hürde. Sie können Ihrem Kind keine Ruhe schenken, die Sie gerade selbst nicht haben. Verstehen Sie das bitte als Einladung: Auch Sie dürfen sich Unterstützung holen.
Manchmal reicht es, kurz tief durchzuatmen, bevor Sie auf Ihr Kind reagieren. An anderen Tagen braucht es mehr, zum Beispiel das Gespräch mit einer Fachperson.
Wann ist professionelle Unterstützung sinnvoll?
Wenn Sie merken, dass Ihr Kind sich dauerhaft sehr schwer regulieren kann, Sie selbst an Ihre Grenzen stoßen oder Sie sich Sorgen um die emotionale Entwicklung Ihres Kindes machen, lohnt es sich, das durch eine Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) oder Psychotherapie abklären zu lassen. Im Coaching bei Rückenwind-Eltern können Sie hingegen erkunden, wie Co-Regulation in Ihrem Familienalltag besser gelingen kann.
Ein kleiner nächster Schritt
Beobachten Sie sich heute einmal selbst: In welchen Momenten gelingt es Ihnen gut, ruhig zu bleiben, wenn Ihr Kind aufgewühlt ist? Und in welchen Situationen reißt Sie der Stress mit? Bewerten Sie dabei nichts, bleiben Sie einfach neugierig. Schon dieses Bemerken ist ein erster Schritt.