Амбівалентне ставлення до ліків (при лікуванні СДУГ)
Medikamenten-Ambivalenz bei ADHS bedeutet: Eltern oder Betroffene selbst sind hin- und hergerissen. Sie sehen einerseits, dass ein Medikament helfen könnte, haben aber zugleich Bedenken, Ängste oder ein ungutes Bauchgefühl. Beides zusammen ist normal und verständlich.
Визначення
Medikamenten-Ambivalenz bei ADHS: wenn das Ja und das Nein gleichzeitig stimmen
Viele Eltern kennen das Gefühl: Die Diagnose ADHS steht fest, eine Fachperson spricht das Thema Medikamente an. Und plötzlich sind da beide Stimmen auf einmal. Man möchte dem Kind helfen und will zugleich sicher sein, nichts falsch zu machen. Dieses Hin-und-Hergerissen-Sein hat sogar einen Namen: Ambivalenz.
Was bedeutet Ambivalenz genau?
Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „zwei Kräfte gleichzeitig". Im Alltag heißt das: Sie haben gleichzeitig gute Gründe für und gegen eine Entscheidung und kommen deshalb nicht vom Fleck. Mit Schwäche oder mangelnder Fürsorge hat das nichts zu tun. Wer so ringt, dem liegt die Entscheidung am Herzen.
Typische Gedanken, die Eltern beschreiben
- „Ich will, dass mein Kind endlich Luft hat. Aber will ich wirklich, dass es jeden Tag eine Tablette schluckt?"
- „Was, wenn das Medikament die Persönlichkeit meines Kindes verändert?"
- „Vielleicht sollten wir erst alles andere probieren."
- „Ich habe Angst vor Nebenwirkungen. Gleichzeitig sehe ich, wie schwer es meinem Kind gerade fällt."
- „Was denken andere über mich als Elternteil, wenn ich meinem Kind Ritalin gebe?"
Solche Gedanken sind keine Überreaktion. Sie zeigen, dass Sie nachdenken und Verantwortung übernehmen.
Woher kommt diese Ambivalenz?
Das innere Zögern hat mehrere Quellen:
- Gesellschaftliche Meinungen: Medikamente bei Kindern sind ein aufgeladenes Thema. Viele Eltern spüren Druck von außen, und zwar in beide Richtungen.
- Eigene Geschichte: Wer selbst schlechte Erfahrungen mit Medikamenten gemacht hat, trägt das mit in die Entscheidung.
- Fehlende Informationen: Wenn man nicht genau weiß, wie ein Medikament wirkt, fühlt sich das Unbekannte bedrohlicher an, als es ist.
- Schuldgefühle: Manche Eltern fragen sich, ob sie „versagt" haben, weil das Kind Medikamente braucht. Dabei sagt eine ADHS-Diagnose nichts über die Qualität der Elternschaft aus.
Was hilft bei Ambivalenz?
Ambivalenz löst sich selten durch mehr Nachdenken allein. Diese Schritte bringen eher Bewegung hinein:
- Die eigenen Bedenken ernst nehmen. Sie müssen nicht verschwinden, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
- Konkrete Fragen sammeln und beim nächsten Arzttermin stellen, z. B.: „Was passiert, wenn wir das Medikament eine Weile ausprobieren und es nicht passt? Können wir dann wieder aufhören?"
- Das eigene Bauchgefühl einbeziehen, ohne sich davon lähmen zu lassen.
- Mit jemandem sprechen, der nicht bewertet und beim Sortieren der eigenen Gedanken hilft.
Was kann Rückenwind-Eltern leisten, und was nicht?
Ob ein Medikament für Ihr Kind sinnvoll ist, das können und dürfen nur approbierte Ärzt:innen oder Kinder- und Jugendpsychiater:innen (KJP) einschätzen. Janike ist Sozialarbeiterin und Elterncoach. Sie stellt keine Diagnosen und gibt keine medizinischen Empfehlungen.
Was im Coaching möglich ist: gemeinsam herausarbeiten, was Sie eigentlich bewegt, welche Fragen Sie noch haben und was Sie brauchen, um sich sicherer zu fühlen. Dazu gehört auch die Frage, wie Sie als Elternteil in diesem Prozess handlungsfähig bleiben, statt sich von der Entscheidung überwältigen zu lassen.
Ein erster kleiner Schritt
Wenn Sie merken, dass Sie schon länger im Kreis denken: Schreiben Sie einmal auf, was Sie am meisten bewegt, also die drei stärksten Argumente dafür und die drei stärksten dagegen. Manchmal wird erst beim Aufschreiben sichtbar, wo der eigentliche Knoten liegt.