Follow-up Care (After Completion of Treatment)
Nachsorge bezeichnet die Phase nach dem offiziellen Abschluss einer Therapie. In dieser Zeit soll das Gelernte im Alltag ankommen und stabil bleiben, damit ein Rückfall möglichst ausbleibt.
Definition
Nachsorge: Was passiert nach dem Therapieende?
Wenn eine Therapie offiziell endet, beginnt ein neuer Abschnitt. Die Nachsorge beschreibt genau diese Phase. Gemeint ist die Zeit nach dem letzten Therapiegespräch, in der das Erarbeitete im echten Alltag Fuß fassen und dauerhaft halten soll.
Warum Nachsorge hilft
Viele Familien erleben nach einem Therapieabschluss eine Mischung aus Erleichterung und Unsicherheit. Das ist völlig normal. In der Therapie gab es feste Termine und eine vertraute Ansprechperson. Danach fühlt sich das Netz plötzlich kleiner an, ausgerechnet in dem Moment, in dem der Alltag mit allen Reibungspunkten weiterläuft.
Ohne begleitende Nachsorge steigt das Risiko, in alte Muster zurückzufallen. Fachleute empfehlen deshalb, den Übergang bewusst zu gestalten. Möglichkeiten dafür sind zum Beispiel:
- Katamnese-Gespräche: vereinzelte Folgetermine bei der Therapeutin oder dem Therapeuten, um zu schauen, wie es läuft
- Ambulante Nachsorgeangebote: etwa Gruppen oder Beratungsstellen für die Zeit nach einer stationären oder intensiven Behandlung
- Selbsthilfegruppen oder Elterngruppen: Austausch mit Menschen, die Ähnliches erleben
- Elterncoaching oder -begleitung: keine Therapie, aber eine Hilfe, das eigene Handeln im Familienalltag zu überdenken und Sicherheit zu gewinnen
Was bedeutet das konkret für Eltern?
Als Elternteil merken Sie nach einer Therapie oft: Ihr Kind hat sich verändert, die Dynamik zuhause braucht aber Zeit, um mitzuwachsen. Vielleicht läuft die Kommunikation anders als früher. Oder Ihr Kind hat neue Strategien gelernt, die auch von Ihnen begleitet werden wollen.
Das heißt nicht, dass Sie etwas falsch machen. Der Übergang nach einer Therapie ist ein eigener Lebensabschnitt, und auch Sie als Familie dürfen sich dabei Unterstützung holen.
Was Nachsorge nicht ist
Nachsorge ist keine erneute Therapie und auch keine Diagnose. Es geht darum, das bereits Erarbeitete zu schützen und zu stärken, statt nach neuen Problemen zu suchen. Ob eine weiterführende therapeutische Begleitung sinnvoll ist, kann nur eine approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (KJP) oder ein Psychotherapeut einschätzen.
Ein erster Schritt
Fühlen Sie sich nach einem Therapieabschluss unsicher oder kehren alte Muster zurück? Sprechen Sie das bei der behandelnden Fachperson an. Auch eine niedrigschwellige Begleitung kann Sie als Eltern in dieser Phase stärken. Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen.
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