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Paartherapie

Paartherapie ist ein begleiteter Gesprächsprozess, in dem zwei Partner mit einer neutralen Fachperson an ihrer Beziehung arbeiten. Für Eltern eines erkrankten Kindes geht es oft um Kommunikation, unterschiedlichen Umgang mit der Diagnose und die Frage, wie sie als Paar tragfähig bleiben.

Inhalt

Was ist Paartherapie?

In einer Paartherapie sitzen beide Partner gemeinsam mit einer ausgebildeten Fachperson zusammen und sprechen über das, was in ihrer Beziehung schwierig geworden ist. Die Fachperson ergreift für niemanden Partei. Sie hört beiden Seiten zu, macht wiederkehrende Muster sichtbar und hilft, verfahrene Gespräche wieder in Bewegung zu bringen.

Geleitet wird eine Paartherapie meist von Psychologischen Psychotherapeutinnen, Paar- und Familientherapeuten oder von Beraterinnen einer Ehe-, Familien- und Lebensberatung mit mehrjähriger Zusatzausbildung. Die Beteiligten unterliegen der Schweigepflicht.

Wenn ein Kind psychisch erkrankt ist, gerät oft die Partnerschaft mit unter Druck. Streit über die richtige Reaktion, fehlende gemeinsame Zeit und Dauersorge hinterlassen Spuren. Genau an diesem Punkt setzt eine Paartherapie an: Sie schafft einen geschützten Rahmen, in dem beide wieder ins Reden kommen.

Wann ist Paartherapie für Eltern sinnvoll?

Ein häufiger Anlass ist, dass die Erkrankung des Kindes den Alltag komplett bestimmt. Viele Paare merken, dass sie fast nur noch über Termine, Symptome und Sorgen sprechen und kaum mehr als Paar.

  • Kommunikation stockt: Vorwürfe, Schweigen oder das Gefühl, aneinander vorbeizureden.
  • Unterschiedlicher Umgang mit der Diagnose: Ein Elternteil drängt auf Handeln, der andere bremst oder zweifelt. Dazu passt der Beitrag Diagnose-Uneinigkeit.
  • Erschöpfung und Rückzug: Wenn Nähe, Intimität und gemeinsame Freude verschwinden, siehe Erschöpfte Partnerschaft.
  • Schuldzuweisungen: Der Streit dreht sich darum, wer etwas versäumt oder falsch gemacht hat.

Sinnvoll ist eine Paartherapie, solange beide grundsätzlich an der Beziehung arbeiten wollen. Sie hilft auch dann, wenn ein Paar in Ruhe klären möchte, wie es weitergehen soll.

Wie läuft eine Paartherapie ab?

Am Anfang steht meist ein Orientierungs- oder Erstgespräch. Dort klären beide mit der Fachperson, worum es gehen soll, ob die Chemie stimmt und welche Ziele realistisch sind. Danach folgen mehrere Sitzungen, in der Regel zu zweit, jede etwa 50 bis 90 Minuten lang, im Abstand von ein bis drei Wochen.

Die Fachperson stellt Fragen, spiegelt zurück und schlägt kleine Übungen vor, etwa für faires Streiten oder klare Wünsche. Viele arbeiten mit der systemischen Therapie, die die ganze Familie als Zusammenhang betrachtet, andere mit verhaltenstherapeutischen Methoden. Manchmal gibt es einzelne Sitzungen mit nur einem Partner.

Wie viele Termine nötig sind, hängt vom Anliegen ab. Eine fokussierte Paarberatung kommt oft mit wenigen Gesprächen aus, eine tiefergehende Begleitung dauert länger.

Paartherapie, Paarberatung und Psychotherapie unterscheiden

Die Begriffe werden im Alltag durcheinandergeworfen, meinen aber unterschiedliche Angebote.

Paarberatung bieten kirchliche und soziale Träger wie Caritas, Diakonie und pro familia an. Sie richtet sich an Paare in schwierigen Lebenslagen und arbeitet an Kommunikation, Konflikten und Beziehungsfragen. Sie ist oft kürzer angelegt und meist kostenfrei oder gegen einen kleinen Beitrag.

Psychotherapie im engeren Sinn behandelt eine anerkannte psychische Erkrankung bei einer einzelnen Person, zum Beispiel eine Depression oder Angststörung. Grundlage sind die vier Richtlinienverfahren Verhaltenstherapie, systemische Therapie, tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie.

Paartherapie liegt dazwischen. Sie behandelt keine einzelne Person, sondern arbeitet an der Beziehung. Diese Einordnung ist wichtig für die Kostenfrage im nächsten Abschnitt.

Was kostet Paartherapie und wo finde ich sie?

Eine reine Paartherapie zählt in der Regel nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse. Der Grund liegt in der Einordnung: Die Kasse zahlt eine Behandlung, wenn bei einer Person eine anerkannte Erkrankung vorliegt, nicht für die Arbeit an einer Partnerschaft. Bei frei arbeitenden Praxen liegen die Kosten meist zwischen 80 und 200 Euro pro Sitzung, die das Paar selbst trägt.

Es gibt eine wichtige Ausnahme. Hat ein Partner eine diagnostizierte psychische Erkrankung, kann dessen Einzelpsychotherapie über die Kasse laufen. In diese Behandlung kann der andere Partner zu einzelnen Sitzungen einbezogen werden.

Günstige und oft kostenlose Wege führen über die Beratungsstellen: Die Paarberatung der Caritas ist in der Regel kostenfrei, pro familia arbeitet mit einer nach Einkommen gestaffelten Kostenbeteiligung, und die Diakonie bietet Ehe- und Lebensberatung an. Therapeutinnen und Beratungsstellen in Wohnortnähe lassen sich auch über Fachportale finden.

Rückenwind begleitet Eltern coachend und ersetzt weder Paartherapie noch Psychotherapie. Ob bei einem Kind eine psychische Erkrankung vorliegt, kann ausschließlich eine Kinder- und Jugendpsychiatrie oder eine ärztliche beziehungsweise psychotherapeutische Fachperson abklären.

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