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Krisenhotline (Wo rufe ich wann an?)

Krisenhotlines sind kostenlose Telefonnummern, die in seelischen Notlagen oder Notfällen sofort erreichbar sind. Dieser Überblick zeigt Eltern, welche Nummer wann passt.

Inhalt

Was ist eine Krisenhotline?

Eine Krisenhotline ist eine Telefonnummer, bei der Sie in einer belastenden oder gefährlichen Situation sofort einen Menschen erreichen. Sie ist gedacht für Momente, in denen die eigene Kraft nicht mehr reicht: wenn Ihr Kind von Selbsttötung spricht, sich verletzt, in einer schweren seelischen Krise steckt oder wenn Sie als Eltern nicht mehr weiterwissen.

Die wichtigsten Hotlines in Deutschland sind kostenlos, anonym und ohne Anmeldung erreichbar. Am anderen Ende sitzen geschulte Menschen, die zuhören und mit Ihnen den nächsten Schritt überlegen. Sie müssen keine "richtigen" Worte finden und nichts beweisen. Es reicht, dass es Ihnen oder Ihrem Kind gerade nicht gut geht.

Welche Nummer passt, hängt davon ab, wie dringend die Lage ist und wer Hilfe braucht. Die folgenden Abschnitte ordnen das.

Akute Gefahr: Notruf 112

Wenn akute Lebensgefahr besteht, zählt jede Minute. Rufen Sie dann sofort den Notruf 112 an. Das gilt zum Beispiel, wenn Ihr Kind sich gerade etwas antun will oder angetan hat, bewusstlos ist, eine Überdosis genommen hat oder in unmittelbarer Gefahr schwebt.

Der Notruf 112 ist rund um die Uhr besetzt und schickt den Rettungsdienst. Am Telefon werden Sie ruhig durch die Situation geführt. Wichtig sind: Wo sind Sie? Was ist passiert? Wer ist betroffen? Legen Sie nicht auf, bevor die Leitstelle das Gespräch beendet.

Bei einer akuten psychischen Krise können Sie sich mit Ihrem Kind auch direkt an die Notaufnahme einer Klinik oder an einen kinder- und jugendpsychiatrischen Notdienst wenden. Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel Hilfe holen als zu wenig. Niemand wird Ihnen vorwerfen, dass Sie 112 gewählt haben.

Seelische Krise: die TelefonSeelsorge

Für seelische Krisen, die keinen Rettungswagen brauchen, aber trotzdem drücken, gibt es die TelefonSeelsorge. Sie ist Tag und Nacht erreichbar, kostenlos und anonym, an jedem Tag im Jahr. Hier können Sie über Ängste, Verzweiflung, Überforderung oder Suizidgedanken sprechen.

Die Nummern sind:

  • 0800 111 0 111
  • 0800 111 0 222
  • 116 123

Alle drei führen zum selben Angebot. Sie dürfen dort auch anrufen, wenn Sie als Elternteil selbst am Ende Ihrer Kräfte sind. Eine Familienkrise oder das ständige Gefühl der Elternscham lässt sich leichter tragen, wenn ein Mensch zuhört, ohne zu urteilen. Neben dem Telefon gibt es auch Chat- und Mail-Beratung.

Fragen als Eltern: Elterntelefon und Kinder-/Jugendtelefon

Manchmal ist es keine akute Notlage, sondern eine Frage, die Sie umtreibt: Wie spreche ich mein Kind auf etwas an? Was mache ich mit einer akuten Belastungsreaktion oder mit einem Kind, das sich immer weiter zurückzieht? Dafür gibt es das Elterntelefon der "Nummer gegen Kummer":

  • 0800 111 0 550 — kostenlos und anonym
  • Montag, Mittwoch, Freitag 9 bis 17 Uhr; Dienstag und Donnerstag 9 bis 19 Uhr

Jugendliche und Kinder können sich selbst an das Kinder- und Jugendtelefon wenden:

  • 116 111 — kostenlos und anonym
  • Montag bis Samstag 14 bis 20 Uhr, samstags beraten teils Gleichaltrige

Diese Beratung ersetzt keine Behandlung, hilft aber, Gedanken zu sortieren und einzuschätzen, welcher nächste Schritt sinnvoll ist.

Ärztliche Hilfe außerhalb der Sprechzeiten: 116 117

Wenn Ihr Kind medizinische Hilfe braucht, die nicht bis zum nächsten Werktag warten kann, aber kein Notfall ist, wählen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117. Diese Nummer ist rund um die Uhr erreichbar und hilft abends, nachts und am Wochenende, wenn die Praxis geschlossen ist.

Der Unterschied zu 112 in Kürze:

  • 112 bei Lebensgefahr und Notfällen, die den Rettungsdienst brauchen.
  • 116 117 bei Beschwerden, mit denen Sie sonst in die Praxis gingen, deren Behandlung aber nicht bis zum nächsten Tag warten kann.

Über 116 117 lässt sich auch eine dienstbereite Praxis in der Nähe finden. Für seelische Krisen ohne akute Gefahr bleibt die TelefonSeelsorge der passendere Weg.

Wann und wo weitere Hilfe holen?

Eine Hotline ist ein erster Anker, kein Ersatz für Behandlung. Wenn sich die Sorgen um Ihr Kind über Wochen halten, wiederkehren oder der Alltag nicht mehr trägt, ist es sinnvoll, geordnete Hilfe zu suchen. Ein Krisenplan auf Familienebene kann helfen, für den nächsten schwierigen Moment vorbereitet zu sein: Welche Nummer, welcher Mensch, welcher Ort.

Speichern Sie die wichtigsten Nummern gut sichtbar ab, auch im Handy Ihres Kindes. Sprechen Sie ruhig darüber: Anrufen ist ein Zeichen von Stärke.

Rückenwind begleitet und stärkt Sie als Eltern coachend durch solche Phasen. Eine Diagnose oder Behandlung einer psychischen Erkrankung kann jedoch ausschließlich eine ärztliche oder psychotherapeutische Fachperson leisten, etwa in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Zögern Sie nicht, diesen Weg zu gehen, wenn Ihr Bauchgefühl es Ihnen sagt.

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