Burnout
51 Begriffe · Seite 1 von 2
Adjustment Disorder (Anpassungsstörung)
Reaktion auf psychosoziale Belastungen, die über eine normale Reaktion hinausgeht und klinisch bedeutsames Leiden oder Beeinträchtigungen verursacht
Am Ende sein
„Am Ende sein“ ist der Alltagsausdruck von Eltern für das Gefühl, körperlich und seelisch nichts mehr geben zu können. Dahinter steckt oft eine chronische Überlastung, die sich über Monate aufgebaut hat.
Anpassungsstörung
Eine Anpassungsstörung ist eine seelische Reaktion, wenn ein Kind ein einschneidendes Ereignis wie Trennung, Umzug oder Verlust schwer verkraftet. Die Beschwerden belasten stark, sind aber meist zeitlich begrenzt.
Ausgebrannt
"Ausgebrannt" ist das Alltagswort für Burnout: ein Zustand emotionaler Erschöpfung, innerer Distanz und nachlassender Leistung nach langer Dauerbelastung.
Ausgelaugt
Ausgelaugt beschreibt das Gefühl, körperlich und seelisch leer und kraftlos zu sein. Meist entsteht es aus Dauerbelastung, Schlafmangel und fehlender Erholung.
Burn-out
Zustand ausgesprochener emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung aufgrund chronischer beruflicher oder privater Überlastung
Burnout-Prophylaxe für Eltern (Vorsorge statt Nachsorge)
Burnout-Prophylaxe für Eltern bedeutet, der eigenen Erschöpfung vorzubeugen, bevor sie zur Überlastung wird. Frühe Warnzeichen ernst nehmen, Entlastung organisieren und sich selbst nicht als Letztes auf die Liste setzen.
Einsamkeit
Einsamkeit ist das belastende Gefühl fehlender Nähe und fehlenden Verständnisses. Eltern eines belasteten Kindes trifft es oft, wenn Sorge und Termine den Alltag füllen und die eigenen Kontakte einschlafen.
Elterliche Daueralarmbereitschaft (Hypervigilanz im Alltag)
Hypervigilanz ist eine dauerhafte Alarmbereitschaft des Nervensystems. Bei Eltern belasteter Kinder bleibt der Körper in Anspannung, selbst wenn gerade nichts passiert.
Elterliche Hochstimmung nach Entspannung
Elterliche Hochstimmung nach Entspannung ist ein kurzes Aufflackern von Energie und Lebensfreude, das manche erschöpfte Eltern nach einer Auszeit erleben. Bei einem Burnout verblasst dieses Hoch schnell wieder, weil die Erschöpfung tiefer sitzt, als ein freies Wochenende ausgleichen kann.
Elterliche Identitätskrise (Wer bin ich noch außerhalb der Pflege?)
Wenn das Leben ganz um die Sorge für ein krankes oder belastetes Kind kreist, verschwinden eigene Rollen, Interessen und das Gefühl fürs eigene Ich. Diese schleichende Selbstauflösung ist eine verständliche Reaktion auf Dauerbelastung.
Elterliche Schonfrist-Falle
Die elterliche Schonfrist-Falle beschreibt das Muster, sich immer wieder kurze Verschnaufpausen zu gönnen, etwa ein freies Wochenende oder einen ruhigen Abend, in der Hoffnung, danach wieder zu funktionieren. Bei echtem Eltern-Burnout reichen solche kleinen Erholungsinseln aber nicht mehr aus, um die tiefe Erschöpfung zu beheben. Die Pause fühlt sich gut an. Das eigentliche Problem bleibt trotzdem, wie es war.
Elterliches Monitoring (Zwischen Fürsorge und Kontrolle)
Elterliches Monitoring meint das aufmerksame Beobachten des Kindes: Essen, Stimmung, Symptome. Bei kranken oder gefährdeten Kindern ist das sinnvoll, kann aber in belastende Dauerkontrolle kippen.
Erschöpfte Partnerschaft
Erschöpfte Partnerschaft beschreibt den Zustand, in dem beide Elternteile so ausgelaugt sind, dass die Beziehung selbst unter der Dauerlast des Familienalltags leidet. Die Liebe ist meist noch da. Es fehlt schlicht die Kraft für sie.
Erschöpfung (Fatigue)
Elterliche Erschöpfung meint einen anhaltenden Zustand körperlicher, seelischer und geistiger Leere durch die Dauerbelastung der Elternrolle. Sie geht über normale Müdigkeit hinaus und bessert sich nicht durch eine einzelne Nacht Schlaf.
Fatigue (Erschöpfung)
Fatigue ist eine anhaltende, krankhafte Erschöpfung, die sich durch Schlaf und Pausen kaum bessert. Sie geht über normale Müdigkeit hinaus und tritt oft im Zusammenhang mit Erkrankungen auf.
Fix und fertig
„Fix und fertig" ist ein Alltagsausdruck für starke Erschöpfung am Ende eines Tages oder einer Phase, die Körper und Psyche zugleich betrifft.
Funktionieren auf Autopilot
Funktionieren auf Autopilot bedeutet: Der Körper macht weiter, aber innerlich ist kaum noch jemand da. Frühstück, Schulweg, Arbeit, Abendessen, alles wird erledigt, und trotzdem fühlt sich der Tag leer an. Bei Eltern ist das ein häufiges Zeichen tiefer Erschöpfung, das oft lange übersehen wird.
Helfer-Erschöpfung (Caregiver Fatigue)
Helfer-Erschöpfung (auch Caregiver Fatigue) beschreibt eine tiefe körperliche und seelische Erschöpfung. Sie entsteht, wenn Eltern oder andere pflegende Personen über lange Zeit viel für andere geben und dabei zu wenig für sich selbst sorgen.
Hypervigilanz (Elternteil)
Hypervigilanz bedeutet, dass das Nervensystem dauerhaft auf Alarm geschaltet ist. Man bleibt ständig angespannt, sucht die Umgebung nach Gefahren ab und kann kaum abschalten. Bei erschöpften Eltern ist das ein häufiges, aber oft übersehenes Warnsignal für ein tiefes Burnout.
Keine Nerven mehr haben
„Keine Nerven mehr haben" beschreibt schnelle Reizbarkeit bei Dauerbelastung: Der Körper steht unter Dauerstress, die Selbstregulation ist erschöpft, und schon Kleinigkeiten bringen Eltern auf die Palme. Mit Pausen, Ko-Regulation und Entlastung baut sich der Puffer wieder auf.
Keinem gerecht werden
„Keinem gerecht werden" ist das zermürbende Gefühl vieler Eltern, zwischen einem belasteten Kind, Geschwistern, Partnerschaft, Beruf und sich selbst an jeder Stelle zu wenig zu geben.
Kontrollverlust-Angst (Elternteil)
Kontrollverlust-Angst ist die Furcht, in stressigen Momenten die Beherrschung zu verlieren: zu schreien, auszurasten oder das eigene Kind zu verletzen. Bei erschöpften Eltern taucht dieses Gefühl oft auf. Es sollte ernst genommen werden, denn dahinter steckt meist eine massive Überlastung.
Koregulationskollaps
Koregulationskollaps ist ein beschreibendes Modell, keine Diagnose. Gemeint ist der Moment, in dem erschöpfte Eltern das Nervensystem ihres Kindes nicht mehr mitberuhigen können und sich Aufregung auf beiden Seiten hochschaukelt.
Lack of energy (Energiemangel)
Gefühl mangelnder Energie und Antriebslosigkeit. (Teil von ICD-10: R53.83)
Lethargy (Lethargie)
Zustand von Trägheit, Teilnahmslosigkeit und verminderter psychischer und physischer Aktivität. (Teil von ICD-10: R53.83)
Life management difficulty (Probleme mit der Lebensbewältigung)
Oberbegriff für Schwierigkeiten bei der Organisation und Bewältigung des täglichen Lebens
Nachtdienst-Elternteil (Wenn eine Person alles trägt)
Der Ausdruck beschreibt Eltern, die nachts allein für Aufwachen, Trösten und Versorgen zuständig sind und dadurch über Monate zu wenig zusammenhängenden Schlaf bekommen. Dieser dauerhafte Schlafmangel ist eine echte gesundheitliche Belastung, keine Frage von Willensstärke.
Nachtschlaf-Entzug
Nachtschlaf-Entzug beschreibt anhaltenden, unfreiwilligen Schlafmangel. Bei Eltern entsteht er meist durch nächtliche Kinderbetreuung. Er gilt als einer der stärksten körperlichen Verstärker von Eltern-Burnout.
Other fatigue (Andere Müdigkeit)
ICD-10-Code für unspezifische Müdigkeit und Erschöpfung
Paartherapie
Paartherapie ist ein begleiteter Gesprächsprozess, in dem zwei Partner mit einer neutralen Fachperson an ihrer Beziehung arbeiten. Für Eltern eines erkrankten Kindes geht es oft um Kommunikation, unterschiedlichen Umgang mit der Diagnose und die Frage, wie sie als Paar tragfähig bleiben.
Probleme mit der Lebensbewältigung (Life management difficulty)
Wenn der Alltag als Ganzes zu viel wird, sprechen Fachleute von Problemen mit der Lebensbewältigung. Für Eltern ist das ein Warnsignal für Überlastung, das man ernst nehmen und begleiten kann.
Pädagogische Erschöpfung (Wenn Eltern auch Lernbegleiter sein müssen)
Pädagogische Erschöpfung meint die tiefe Kraftlosigkeit von Eltern, die neben der Elternrolle dauerhaft Lernbegleiter, Förderkraft und Therapie-Co-Trainer sein müssen. Dieser Beitrag zeigt, woran Sie die Überlastung erkennen und wie Sie sich abgrenzen und Verantwortung teilen.
R53.83 (ICD-10-CM)
Diagnosecode für "Other fatigue" (Andere Müdigkeit/Erschöpfung)
Reaktives Elternverhalten (Wenn Eltern nur noch auf Krisen reagieren)
Reaktives Elternverhalten heißt: Bei Dauerüberlastung reagieren Eltern nur noch auf akute Krisen, statt vorausschauend zu handeln. Dahinter steckt eine körperliche Stressreaktion, aus der es Wege zurück ins bewusste Handeln gibt.
Rückzug der Eltern aus dem Freundeskreis
Viele erschöpfte Eltern ziehen sich nach und nach aus ihrem Freundeskreis zurück, meist ohne bewusste Entscheidung. Dieser Rückzug ist ein stilles Warnsignal für tiefe Überlastung. Ohne den Halt anderer Menschen fehlen Unterstützung und Erholung, und die Erschöpfung wächst weiter.
Sackgasse
„In der Sackgasse" ist das Gefühl, keinen Ausweg mehr zu sehen: nichts hilft, die Kraft fehlt, für morgen fällt kein Grund zur Hoffnung ein. Ein häufiger Zustand bei Dauerbelastung, aus dem Wege herausführen.
Schlafentzug als Dauerbelastung
Schlafentzug als Dauerbelastung beschreibt den Zustand, wenn anhaltender Schlafmangel, zum Beispiel durch nächtliche Kinderbetreuung, Körper und Psyche so stark belastet, dass er zu einem zentralen Treiber von Erschöpfung und Burnout wird.
Schlechtes Gewissen
Das anhaltende Gefühl vieler Eltern, dem eigenen Kind nicht genug gerecht zu werden oder an dessen Erkrankung schuld zu sein. Meist ist es stärker als die tatsächliche Verantwortung.
Schuldgefühle (Elternperspektive)
Schuldgefühle sind das belastende Empfinden, als Mutter oder Vater nicht gut genug zu sein oder etwas falsch gemacht zu haben. Bei Eltern-Burnout verstärken sie die Erschöpfung zusätzlich. Am stärksten melden sie sich oft genau dann, wenn die Kräfte am geringsten sind.
Selbstfürsorge (Self-Care)
Selbstfürsorge heißt, die eigenen Bedürfnisse nach Ruhe, Schlaf und Kontakt ernst zu nehmen. Für Eltern unter Dauerbelastung ist sie die Grundlage, um über Monate und Jahre belastbar zu bleiben.
Selbstmitgefühl (Self-Compassion)
Selbstmitgefühl (englisch self-compassion) beschreibt, sich selbst in schweren Momenten so freundlich zu begegnen wie einem guten Freund. Für Eltern unter Dauerbelastung ist es eine erlernbare Haltung gegen Selbstkritik und Schuldgefühle.
Self-Care (Selbstfürsorge)
Siehe Selbstfürsorge
Self-Compassion (Selbstmitgefühl)
Siehe Selbstmitgefühl
Soziale Isolation
Soziale Isolation ist ein messbarer Mangel an sozialen Kontakten. Bei Eltern kranker Kinder entsteht sie oft schleichend und belastet über die Zeit Körper und Psyche.
State of vital exhaustion (Zustand vitaler Erschöpfung)
Beschreibung für Burnout im ICD-10. (Teil von ICD-10: Z73.0)
Stresstoleranz
Stresstoleranz ist die Fähigkeit, Belastung auszuhalten, ohne dass Körper und Psyche überlasten. Bei Dauerstress sinkt sie und lässt sich durch Erholung, Ressourcen und Ruhe fürs Nervensystem wieder stärken.
Tiredness (Müdigkeit)
Gefühl von Schläfrigkeit oder Mangel an Energie. (Teil von ICD-10: R53.83)
Tristesse / Trister Alltag
Tristesse meint das anhaltende Grau-in-Grau-Empfinden, wenn der belastende Familienalltag die Freude verschluckt. Sie ist ein häufiges Warnsignal für Überlastung, das Eltern ernst nehmen dürfen.
Z73 (ICD-10-CM)
Diagnosecode-Gruppe für Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung