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ADHS

31 Begriffe

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)

ADHS ist eine neurobiologisch bedingte Störung der Selbststeuerung mit Unaufmerksamkeit, innerer Unruhe und Impulsivität. Sie beginnt im Kindesalter, ist gut behandelbar und kein Ergebnis falscher Erziehung.

ADHS Aufmerksamkeit Hyperaktivität +3

ADHS und Geschwisterdynamik

ADHS eines Kindes verändert auch die Geschwisterbeziehungen. Konflikte, geteilte Aufmerksamkeit und Fairness-Fragen belasten Geschwisterkinder oft besonders.

ADHS Geschwister Familienalltag +2

Attention-Deficit Hyperactivity Disorder (ADHS)

Siehe ADHS

Chronisch übermüdet

Chronisch übermüdet bedeutet eine dauerhafte Müdigkeit durch anhaltenden Schlafmangel oder Dauerbelastung, die sich mit einer einzelnen erholsamen Nacht nicht mehr auffüllen lässt.

Übermüdung Schlafmangel Erschöpfung +2

Dreht auf

„Dreht auf" beschreibt, wenn ein Kind plötzlich überdreht, laut und kaum bremsbar wird, oft abends oder nach zu vielen Reizen. Dahinter steckt ein überlastetes Nervensystem, das nicht mehr herunterfährt.

Übererregung aufdrehen ADHS +3

Elterntraining (Parent Training)

Ein Elterntraining ist ein strukturiertes Programm, das Eltern konkrete Strategien für den Umgang mit schwierigem Verhalten ihres Kindes vermittelt, besonders bei ADHS und Verhaltensauffälligkeiten.

Elterntraining ADHS Verhaltenstherapie +2

F90 (ICD-10)

Diagnosecode-Gruppe für Hyperkinetische Störungen / ADHS

Flippt aus / Rastet aus

Wenn ein Kind „ausflippt" oder „ausrastet", verliert es plötzlich die Kontrolle über heftige Gefühle. Dahinter steckt oft ein überlastetes Nervensystem, häufig im Zusammenhang mit ADHS.

ADHS Wutausbruch Impulskontrolle +3

Gespür für Ungerechtigkeiten

Manche Kinder, oft mit ADHS oder hoher Sensibilität, reagieren sehr stark auf Ungerechtigkeit. Dahinter stehen Gefühlsstärke, geringe Impulskontrolle und ein feiner Sinn für Fairness.

ADHS Gerechtigkeitssinn Impulskontrolle +3

Grenzen testen

Grenzen testen heißt, dass ein Kind prüft, ob eine Regel wirklich gilt und ob die Eltern bei ihrer Ansage bleiben. Das gehört zur normalen Entwicklung und hilft dem Kind, Sicherheit und Orientierung zu finden.

Grenzen setzen Autonomiephase ADHS +3

Hausaufgaben-Konflikt bei ADHS

Der Hausaufgaben-Konflikt bei ADHS beschreibt die täglichen Auseinandersetzungen am Schreibtisch, die entstehen, weil das Gehirn Ihres Kindes Planen, Starten und Dranbleiben schwerer steuert. Das ist keine Frage von Faulheit oder mangelnder Erziehung.

ADHS Hausaufgaben exekutive Funktionen +3

Hyperaktiv

Hyperaktivität beschreibt einen starken Bewegungsdrang, der sich in fast unkontrollierter motorischer Unruhe zeigt. Nicht jedes lebhafte Kind ist hyperaktiv im klinischen Sinn.

Hyperaktivität ADHS Bewegungsdrang +2

Hyperkinetische Störungen (Hyperkinetic Disorders)

„Hyperkinetische Störungen" ist der offizielle Name, den das Diagnosesystem ICD-10 für das gibt, was im Alltag ADHS heißt. Gemeint ist dieselbe Sache: eine Störung von Aufmerksamkeit, Aktivität und Impulskontrolle.

ADHS hyperkinetische Störung ICD-10 +3

Hält sich nicht an Regeln

Ein Elternsatz für Kinder, die Abmachungen und Grenzen immer wieder überschreiten. Oft steckt kein Trotz dahinter, sondern eine Schwäche in Impulskontrolle und Selbststeuerung, wie sie bei ADHS häufig vorkommt.

ADHS Impulsivität Regeln +2

Impulskontrolle

Impulskontrolle ist die Fähigkeit, einen spontanen Impuls kurz zu stoppen, bevor man handelt. Sie gehört zu den exekutiven Funktionen, reift bis ins junge Erwachsenenalter und ist bei ADHS oft beeinträchtigt.

Impulskontrolle exekutive Funktionen ADHS +2

Lernstrategien bei ADHS

Lernstrategien bei ADHS sind konkrete Alltagshelfer, die Kindern und Jugendlichen mit ADHS das Lernen erleichtern. Statt mehr Disziplin zu fordern, passen sie das Lernen daran an, wie das Gehirn tatsächlich arbeitet.

ADHS Lernen Lernstrategien +7

Medikamenten-Ambivalenz (bei ADHS-Behandlung)

Medikamenten-Ambivalenz bei ADHS bedeutet: Eltern oder Betroffene selbst sind hin- und hergerissen. Sie sehen einerseits, dass ein Medikament helfen könnte, haben aber zugleich Bedenken, Ängste oder ein ungutes Bauchgefühl. Beides zusammen ist normal und verständlich.

ADHS Medikamente Ritalin +7

Medikamentenentscheidung (Wie Eltern zur Medikation stehen)

Viele Eltern stehen bei ADHS vor der Frage, ob ihr Kind ein Medikament wie Methylphenidat bekommen soll. Dieser Beitrag ordnet Nutzen, Nebenwirkungen und verbreitete Ängste sachlich ein und zeigt, wie eine gemeinsame Entscheidung aussehen kann.

ADHS Medikamente Methylphenidat +2

Medikamentenpause (Ferien vom Ritalin)

Eine Medikamentenpause (englisch „drug holiday") ist eine bewusst geplante, ärztlich begleitete Auszeit von ADHS-Stimulanzien wie Methylphenidat, etwa an Wochenenden oder in den Ferien. Sie darf nie eigenmächtig, sondern nur in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt erfolgen.

ADHS Medikamentenpause Methylphenidat +3

Multimodale Therapie

Multimodale Therapie bei ADHS heißt: Mehrere aufeinander abgestimmte Bausteine wirken zusammen. Dazu gehören Aufklärung, Elterntraining, Verhaltenstherapie, schulische Unterstützung und bei Bedarf Medikamente.

ADHS multimodale Therapie Behandlung +2

Nachtaktivität / Nachtunruhe (ADHS)

Viele Kinder mit ADHS kommen abends schwer zur Ruhe, brauchen lange zum Einschlafen oder wachen nachts oft auf. Dahinter steckt meist eine gestörte Schlaf-Wach-Regulation, keine Absicht.

ADHS Schlaf Nachtunruhe +3

Nicht zur Ruhe kommen

Elternbegriff für ein Kind, das abends oder nach aufregenden Tagen schwer abschaltet: Der Körper ist müde, der Kopf läuft weiter. Oft bei innerer Unruhe, Reizoffenheit oder ADHS.

innere Unruhe Einschlafen ADHS +3

Nähebedürftig

Nähebedürftig oder klammernd heißt: ein Kind sucht auffällig oft die körperliche und emotionale Nähe der Eltern und reagiert empfindlich auf Trennung. Meist steckt ein normales Bindungsbedürfnis dahinter, manchmal auch erhöhte Anspannung oder Angst.

Nähebedürfnis Klammern Bindung +2

Parent Training (Elterntraining)

Siehe Elterntraining

Rastet aus / Flippt aus

Siehe Flippt aus / Rastet aus

Reizoffenheit (Hypersensitivität)

Reizoffenheit (Hypersensitivität) bedeutet, dass manche Kinder mit ADHS Sinneseindrücke deutlich intensiver wahrnehmen als andere, etwa laute Geräusche oder das Etikett im T-Shirt. Das Kind strengt das enorm an. Oft spürt die ganze Familie die Folgen im Alltag.

ADHS Reizoffenheit Hypersensitivität +5

Reizüberflutung

Reizüberflutung bedeutet: Das Gehirn muss zu viele Eindrücke auf einmal verarbeiten und kommt irgendwann nicht mehr hinterher. Bei Kindern mit ADHS passiert das schneller und heftiger, denn ihr Gehirn filtert Reize weniger gut.

ADHS Reizüberflutung Selbstregulation +5

Schulkooperation bei ADHS (Zusammenarbeit mit Lehrkräften gestalten)

Schulkooperation bei ADHS meint die abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrkräften und Schule, damit ein Kind mit ADHS im Unterricht die passende Unterstützung bekommt. Sie umfasst Gespräche, klare Absprachen und den Nachteilsausgleich.

ADHS Schule Nachteilsausgleich +3

Stimming (Selbststimulation)

Stimming (Selbststimulation) meint sich wiederholende Bewegungen, Geräusche oder Sinnesreize, mit denen sich vor allem autistische Kinder und Kinder mit ADHS selbst regulieren. Meist ist es sinnvoll und beruhigend. Es ist kein Tick, den man abgewöhnen muss.

Stimming Selbststimulation Autismus +3

Wahrnehmungsstörung

Eine Wahrnehmungsstörung bedeutet, dass ein Kind Sinnesreize wie Sehen, Hören oder Berührung anders verarbeitet als erwartet. Der Begriff beschreibt Schwierigkeiten beim Aufnehmen, Ordnen und Verknüpfen von Reizen. Eine eigene Diagnose ist er nicht.

Wahrnehmungsstörung Reizverarbeitung sensorische Integration +3

Zappelig

"Zappelig" beschreibt ein Kind, das kaum still hält, viel in Bewegung ist und einen starken Bewegungsdrang zeigt. Es ist ein Alltagswort, keine Diagnose.

zappelig Bewegungsdrang motorische Unruhe +3