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Psychische Probleme

Sammelbegriff für seelische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen, von vorübergehenden Belastungen bis zu behandlungsbedürftigen Störungen wie Angst, Depression, ADHS oder Essstörungen.

Inhalt

Was sind psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen?

Psychische Probleme ist ein Oberbegriff. Er fasst alles zusammen, was das seelische Erleben und Verhalten eines Kindes belastet: gedrückte Stimmung, starke Ängste, häufige Wutausbrüche, Rückzug, Schlaf- oder Essprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten. Fachleute sprechen oft von psychischen Auffälligkeiten, wenn solche Muster deutlich vom Alter und der bisherigen Entwicklung abweichen.

Der Begriff sagt noch nichts über eine Diagnose aus. Ein Kind, das nach einem Umzug wochenlang schlecht schläft, hat ein Problem, aber nicht zwingend eine Störung. Erst wenn die Beschwerden anhalten, stark belasten und den Alltag einschränken, rückt eine behandlungsbedürftige Erkrankung in den Blick. Wie eine stabile Seele aussieht und was Kinder darin stärkt, beschreibt der Beitrag zur psychischen Gesundheit. Hier geht es um die andere Richtung: um Auffälligkeiten und die Frage, wann sie fachliche Hilfe brauchen.

Normale Phase oder behandlungsbedürftig?

Kinder entwickeln sich in Sprüngen. Ein Dreijähriger mit Trotzanfällen, ein Achtjähriger mit Angst vor der Dunkelheit, ein Teenager, der sich abkapselt: vieles davon gehört zum Aufwachsen und geht von allein vorbei. Diese Unterscheidung fällt Eltern oft schwer, und sie lässt sich nicht an einem einzelnen Verhalten festmachen.

Drei Fragen helfen bei der Einordnung:

  • Dauer: Halten die Beschwerden über Wochen an, statt nach ein paar Tagen abzuklingen?
  • Leidensdruck: Leidet das Kind erkennbar, zieht es sich zurück, wirkt es verzweifelt oder ständig angespannt?
  • Alltag: Bricht Wichtiges weg, etwa Schule, Freundschaften, Hobbys, Essen oder Schlaf?

Je mehr davon zutrifft und je länger der Zustand dauert, desto eher lohnt eine fachliche Abklärung. Der Wortgebrauch dazu, etwa was Fachleute mit auffällig meinen, ist im Alltag oft unscharf. Wichtig: Eine Auffälligkeit ist kein Erziehungsversagen. Sie hat meist mehrere Ursachen, von Veranlagung über Belastungen in der Familie bis zu Erlebnissen in Schule oder Freundeskreis.

Wie häufig sind psychische Probleme, und welche Bereiche betreffen sie?

Psychische Auffälligkeiten sind im Kindes- und Jugendalter verbreitet. Nach der bundesweiten KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts zeigt rund jedes sechste Kind zwischen 3 und 17 Jahren, also etwa 17 Prozent, Hinweise auf ein Risiko für psychische Auffälligkeiten. Das heißt nicht, dass all diese Kinder krank sind, aber viele profitieren von Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Am häufigsten betroffen sind diese Bereiche:

  • Angst: übermäßige Sorgen, Trennungsangst, Panik oder Vermeidung, mehr dazu unter generalisierte Angststörung.
  • Depression: Etwa 5 von 100 Kindern und Jugendlichen haben Beschwerden, die auf eine depressive Episode hinweisen.
  • ADHS: Probleme mit Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Bewegungsdrang.
  • Essstörungen: vor allem im Jugendalter, häufiger bei Mädchen.

Die COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf hat gezeigt, dass die seelische Belastung in der Corona-Zeit deutlich anstieg und sich seither nur teilweise erholt hat. Krisen im Umfeld schlagen also messbar auf die Kinderseele durch.

Erste Schritte für Eltern

Wenn Sie sich Sorgen machen, hilft ein ruhiges, konkretes Vorgehen statt Panik oder Abwarten um jeden Preis.

  • Beobachten und notieren: Was fällt seit wann auf, wie oft, in welchen Situationen? Ein paar Stichworte über zwei bis drei Wochen machen Muster sichtbar. Wie sich ein erster Verdachtsmoment anfühlt, erleben viele Eltern ähnlich.
  • Ins Gespräch kommen: Ohne Verhör, ohne Vorwurf. Kurze Sätze, echtes Zuhören, benennen was Sie sehen ("Du wirkst in letzter Zeit oft traurig").
  • Kinderarzt einbeziehen: Die Kinder- und Jugendarztpraxis ist eine gute erste Anlaufstelle. Sie kann körperliche Ursachen prüfen und bei Bedarf weiterverweisen. Was dabei geht und was nicht, erklärt der Beitrag Hausarzt als erste Anlaufstelle.

Weitere Anlaufstellen sind sozialpädiatrische Zentren, Erziehungs- und Familienberatungsstellen sowie schulpsychologische Dienste. Viele Beratungsangebote sind kostenlos und arbeiten vertraulich.

Wann und wo Hilfe holen

Suchen Sie Unterstützung, wenn Beschwerden über Wochen anhalten, das Kind stark leidet oder der Alltag zusammenbricht. Bei Hinweisen auf Selbstverletzung, Suizidgedanken oder einer akuten Krise gilt: sofort handeln, nicht abwarten. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter 116 117 erreichbar, in akuter Gefahr der Notruf 112, die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 116 123.

Eine Diagnose und eine Behandlung können ausschließlich ärztliche oder psychotherapeutische Fachpersonen stellen, insbesondere eine Kinder- und Jugendpsychiatrie oder -psychotherapie (KJP). Rückenwind Eltern begleitet und coacht Sie als Eltern auf diesem Weg. Janike ist Sozialarbeiterin und Elterncoach in Ausbildung zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, sie ist nicht approbiert und stellt keine Diagnosen. Das Coaching ersetzt keine Psychotherapie und keine ärztliche Abklärung, sondern hilft Ihnen, den nächsten Schritt zu finden und die Wartezeit bis zu einem Fachtermin zu überbrücken.

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