Fachbegriffe auf S
25 Begriffe
Sackgasse
Burnout„In der Sackgasse" ist das Gefühl, keinen Ausweg mehr zu sehen: nichts hilft, die Kraft fehlt, für morgen fällt kein Grund zur Hoffnung ein. Ein häufiger Zustand bei Dauerbelastung, aus dem Wege herausführen.
Scham (Elternscham)
FamilieElternscham ist das schmerzhafte Gefühl, als Mutter oder Vater „nicht gut genug" zu sein. Ausgelöst wird sie oft durch Vergleiche, kritische Blicke oder eigene hohe Ansprüche. Sie unterscheidet sich von Schuld und kann Eltern im Alltag stark belasten.
Schlafentzug als Dauerbelastung
BurnoutSchlafentzug als Dauerbelastung beschreibt den Zustand, wenn anhaltender Schlafmangel, zum Beispiel durch nächtliche Kinderbetreuung, Körper und Psyche so stark belastet, dass er zu einem zentralen Treiber von Erschöpfung und Burnout wird.
Schlechtes Gewissen
BurnoutDas anhaltende Gefühl vieler Eltern, dem eigenen Kind nicht genug gerecht zu werden oder an dessen Erkrankung schuld zu sein. Meist ist es stärker als die tatsächliche Verantwortung.
Schub (bei Essstörung)
EsststörungenEin Schub ist eine vorübergehende Verschlechterung der Symptome nach einer stabileren Phase. Er gehört zum wellenförmigen Verlauf psychischer Erkrankungen und bedeutet keinen verlorenen Fortschritt.
Schulangst
FamilieSchulangst bedeutet, dass ein Kind echte körperliche Angst vor der Schule oder dem erlebt, was dort passiert. Mit Faulheit oder schlechtem Willen hat das nichts zu tun. Der Körper schlägt Alarm, obwohl keine direkte Gefahr besteht.
Schulbegleitung (Integrationshilfe)
FamilieEine Schulbegleitung, auch Integrationshilfe genannt, ist eine Person, die ein Kind mit besonderem Unterstützungsbedarf im Schulalltag begleitet. Sie hilft dem Kind, am Unterricht teilzuhaben, wenn es das alleine noch nicht schafft.
Schuldgefühle (Elternperspektive)
BurnoutSchuldgefühle sind das belastende Empfinden, als Mutter oder Vater nicht gut genug zu sein oder etwas falsch gemacht zu haben. Bei Eltern-Burnout verstärken sie die Erschöpfung zusätzlich. Am stärksten melden sie sich oft genau dann, wenn die Kräfte am geringsten sind.
Schule informieren oder nicht? (Schweigepflicht und Offenheit abwägen)
FamilieOb Eltern die Schule über eine psychische Diagnose ihres Kindes informieren, ist ihre freie Entscheidung. Eine Meldepflicht gibt es nicht, wohl aber Gründe für und gegen eine Offenlegung.
Schulkooperation bei ADHS (Zusammenarbeit mit Lehrkräften gestalten)
ADHSSchulkooperation bei ADHS meint die abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrkräften und Schule, damit ein Kind mit ADHS im Unterricht die passende Unterstützung bekommt. Sie umfasst Gespräche, klare Absprachen und den Nachteilsausgleich.
Schulleistungsangst (Elternperspektive)
FamilieSchulleistungsangst ist eine ausgeprägte Angst vor schulischem Versagen, die im entscheidenden Moment das Denken blockiert. Eltern erfahren hier, woran sie sie erkennen und wie sie ihr Kind entlasten.
Schulverweigerung
FamilieSchulverweigerung bedeutet, dass ein Kind über längere Zeit nicht zur Schule geht. Dahinter können Angst, Überforderung oder Protest stecken. Eltern haben dabei nichts falsch gemacht. Das Verhalten zeigt, dass das Kind Hilfe braucht und die Ursache gefunden werden muss.
Selbstfürsorge (Self-Care)
BurnoutSelbstfürsorge heißt, die eigenen Bedürfnisse nach Ruhe, Schlaf und Kontakt ernst zu nehmen. Für Eltern unter Dauerbelastung ist sie die Grundlage, um über Monate und Jahre belastbar zu bleiben.
Selbstmitgefühl (Self-Compassion)
BurnoutSelbstmitgefühl (englisch self-compassion) beschreibt, sich selbst in schweren Momenten so freundlich zu begegnen wie einem guten Freund. Für Eltern unter Dauerbelastung ist es eine erlernbare Haltung gegen Selbstkritik und Schuldgefühle.
Selbstwirksamkeitserwartung
Die Selbstwirksamkeitserwartung ist die innere Überzeugung, schwierige Situationen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Sie stärkt Kinder wie erschöpfte Eltern.
Self-Care (Selbstfürsorge)
BurnoutSiehe Selbstfürsorge
Self-Compassion (Selbstmitgefühl)
BurnoutSiehe Selbstmitgefühl
Somatic Practices / Somatische Ansätze
TherapieSomatische Ansätze (somatic practices) regulieren seelische Anspannung über den Körper: über Körperwahrnehmung, Atmung, Bewegung und Erdung. Sie können eine Therapie begleiten, ersetzen sie aber nicht.
Soziale Isolation
BurnoutSoziale Isolation ist ein messbarer Mangel an sozialen Kontakten. Bei Eltern kranker Kinder entsteht sie oft schleichend und belastet über die Zeit Körper und Psyche.
State of vital exhaustion (Zustand vitaler Erschöpfung)
BurnoutBeschreibung für Burnout im ICD-10. (Teil von ICD-10: Z73.0)
Stimming (Selbststimulation)
ADHSStimming (Selbststimulation) meint sich wiederholende Bewegungen, Geräusche oder Sinnesreize, mit denen sich vor allem autistische Kinder und Kinder mit ADHS selbst regulieren. Meist ist es sinnvoll und beruhigend. Es ist kein Tick, den man abgewöhnen muss.
Stress
EsststörungenStress ist die körperliche Alarmreaktion auf Belastung. Kurzer Stress ist harmlos, anhaltender belastet Schlaf, Konzentration und Gesundheit von Kindern.
Stresstoleranz
BurnoutStresstoleranz ist die Fähigkeit, Belastung auszuhalten, ohne dass Körper und Psyche überlasten. Bei Dauerstress sinkt sie und lässt sich durch Erholung, Ressourcen und Ruhe fürs Nervensystem wieder stärken.
Störungen sozialer Funktionen im Kindesalter
diagnoseUnter dem Schlüssel F94 fasst die ICD-10 Störungen zusammen, bei denen das soziale Verhalten eines Kindes verändert ist: selektiver Mutismus, reaktive Bindungsstörung und Bindungsstörung mit Enthemmung.
Systemische Therapie
TherapieSystemische Therapie versteht die Probleme eines Kindes im Zusammenhang mit seinen Beziehungen und bezieht die Familie aktiv ein. Seit 2024 ist sie auch für Kinder und Jugendliche eine Kassenleistung.