Essstörungen
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ACT (Akzeptanz- und Commitment-Therapie)
Verhaltenstherapeutischer Ansatz, der Akzeptanz von Unvermeidbarem und werteorientiertes Handeln fördert
Achtsamkeit (Mindfulness)
Achtsamkeit heißt, die Aufmerksamkeit bewusst auf den gegenwärtigen Moment zu richten und das Erlebte wahrzunehmen, ohne es sofort zu bewerten. Für gestresste Eltern ist sie eine erlernbare Fähigkeit, die den Alltag etwas ruhiger machen kann.
Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT)
Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) ist eine moderne Form der Verhaltenstherapie. Sie hilft, belastende Gefühle anzunehmen und das eigene Handeln an persönlichen Werten auszurichten, statt gegen schwierige Gedanken anzukämpfen.
Anorexia (Symptom)
Appetitlosigkeit als Symptom, nicht die spezifische Diagnose Anorexia Nervosa
Anorexia Nervosa (Magersucht)
Anorexia nervosa ist der medizinische Fachbegriff für die Essstörung, die im Alltag Magersucht heißt. Kennzeichnend sind selbst herbeigeführtes Untergewicht, große Angst vor Gewichtszunahme und eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers.
Anorexia Nervosa, Binge-Eating/Purging Type
Subtyp der Anorexia Nervosa, bei dem neben restriktivem Essverhalten auch Essanfälle und/oder selbstinduziertes Erbrechen oder andere kompensatorische Verhaltensweisen auftreten
Anorexia Nervosa, Restricting Type
Subtyp der Anorexia Nervosa, bei dem das Untergewicht primär durch Hungern, Diäten oder exzessiven Sport erreicht wird, ohne regelmäßige Essanfälle oder Purging-Verhalten
Anorexia Nervosa, Unspecified
Diagnose, wenn die Kriterien für Anorexia Nervosa erfüllt sind, aber der Subtyp nicht spezifiziert ist
Anstrengung
Anstrengung gehört zum Familienalltag. Problematisch wird sie, wenn sie nie aufhört und in chronische Überlastung kippt. Der Beitrag zeigt den Unterschied und wie Eltern Kräfte einteilen.
Atypical Anorexia Nervosa
Essstörung mit Merkmalen der Anorexia Nervosa, bei der jedoch trotz signifikantem Gewichtsverlust das Gewicht im Normalbereich oder darüber liegt
Atypical Bulimia Nervosa
Essstörung mit Merkmalen der Bulimia Nervosa, bei der jedoch nicht alle diagnostischen Kriterien (z.B. Häufigkeit der Essanfälle/Purging) erfüllt sind
Auffällig
„Auffällig" beschreibt ein Kind, dessen Verhalten oder Entwicklung jemandem als von der Erwartung abweichend aufgefallen ist. Das Wort ist eine Beobachtung von außen und keine Diagnose.
Avoidant/Restrictive Food Intake Disorder (ARFID)
Essstörung gekennzeichnet durch eine vermeidende oder restriktive Nahrungsaufnahme, die zu Gewichtsverlust, Nährstoffmangel oder Abhängigkeit von Sondennahrung führt, ohne die Angst vor Gewichtszunahme oder Körperbildstörung der Anorexie
Behavior Therapy (Verhaltenstherapie)
Therapieansatz, der auf der Lerntheorie basiert und darauf abzielt, problematisches Verhalten durch systematische Trainings und Anpassung von Umweltbedingungen zu verändern
Bewältigungsstrategien (Coping)
Bewältigungsstrategien (Coping) sind die Wege, mit denen ein Mensch mit Belastung umgeht. Manche entlasten dauerhaft, andere verschaffen nur kurz Ruhe.
Binge-Eating-Störung
Die Binge-Eating-Störung ist eine Essstörung mit wiederkehrenden Essanfällen, bei denen Betroffene große Mengen essen und die Kontrolle verlieren. Anders als bei der Bulimie folgen keine Gegenmaßnahmen wie Erbrechen.
Binge-Eating/Purging Type (Anorexia Nervosa)
Siehe Anorexia Nervosa, Binge-Eating/Purging Type
Bremse ziehen
„Die Bremse ziehen" heißt, im Alltag bewusst das Tempo zu drosseln, Pausen einzuplanen und Aufgaben zu reduzieren, bevor die Überlastung den Körper zwingt.
Bulimia Nervosa (Ess-Brech-Sucht)
Bulimia nervosa (Bulimie, Ess-Brech-Sucht) ist eine Essstörung mit wiederkehrenden Essanfällen und anschließendem Gegensteuern, meist durch Erbrechen. Das Gewicht ist oft normal, deshalb bleibt sie lange unbemerkt.
CBT (Kognitive Verhaltenstherapie)
Siehe Kognitive Verhaltenstherapie
Coping (Bewältigungsstrategien)
Siehe Bewältigungsstrategien
DBT (Dialektisch-Behaviorale Therapie)
Siehe Dialektisch-Behaviorale Therapie
Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT)
Therapieform, die Elemente der KVT mit Achtsamkeit und dialektischen Strategien kombiniert; ursprünglich für Borderline-Störungen entwickelt, auch bei Essstörungen und Emotionsregulationsproblemen eingesetzt
Diszipliniert
"Sehr diszipliniert" klingt nach einer Stärke. Bei einer Essstörung kann dahinter ein starres Kontrollverhalten rund um Essen, Gewicht und Körper stehen, das keine Ausnahme mehr zulässt.
Eating Disorder (Essstörung)
Oberbegriff für psychische Störungen, die durch ein gestörtes Essverhalten und eine übermäßige Beschäftigung mit Essen, Gewicht und Figur gekennzeichnet sind
Emotionsregulation
Emotionsregulation ist die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und ihre Stärke und Dauer zu steuern. Kinder lernen sie über Jahre, am Anfang mit Hilfe der Eltern.
Entlastung
Entlastung bedeutet, dass Sie als Elternteil Aufgaben abgeben und feste Zeitfenster gewinnen, in denen andere zuständig sind. Dafür gibt es praktische Angebote und gesetzliche Leistungen.
Ess-Brech-Sucht (Bulimia Nervosa)
Siehe Bulimia Nervosa
Essstörung (Eating Disorder)
Eine Essstörung ist eine psychische Erkrankung, bei der das Essen und der eigene Körper das Denken beherrschen. Zu den häufigsten Formen zählen Magersucht, Bulimie und die Binge-Eating-Störung.
F50 (ICD-10)
Diagnosecode-Gruppe für Essstörungen
FBT (Familienbasierte Therapie)
Siehe Familienbasierte Therapie
Familienbasierte Therapie (FBT) / Maudsley Approach
Die familienbasierte Therapie (FBT), auch Maudsley-Ansatz genannt, ist eine ambulante Familientherapie bei Essstörungen im Jugendalter. Die Eltern übernehmen dabei eine aktive Rolle bei der Wiederernährung ihres Kindes.
Feeding Disorder of Infancy and Childhood
Diagnose für Fütter- und Essstörungen im Säuglings- und Kindesalter (z.B. Rumination)
IPT (Interpersonelle Psychotherapie)
Siehe Interpersonelle Psychotherapie
Interpersonelle Psychotherapie (IPT)
Die Interpersonelle Psychotherapie (IPT) ist ein zeitlich begrenztes Verfahren, das bei Depression an zwischenmenschlichen Belastungen ansetzt: Rollenwechsel, Konflikte, Verlust und Einsamkeit. Für Jugendliche gibt es eine angepasste Form (IPT-A).
KVT (Kognitive Verhaltenstherapie)
KVT ist die Abkürzung für Kognitive Verhaltenstherapie, ein anerkanntes Psychotherapieverfahren. Auf Diagnosebriefen und Kassenformularen steht oft nur das Kürzel.
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT / CBT)
Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) hilft Kindern und Jugendlichen, belastende Gedanken und Verhaltensmuster zu verändern. Bei Angst, Depression und Zwängen zählt sie zu den am besten untersuchten Behandlungen.
Kontrolle (über Essen/Körper)
Bei Essstörungen wird das Steuern von Essen, Gewicht und Körper zu einem Weg, sich sicher zu fühlen. Für Eltern hilft es zu verstehen, warum das Loslassen dem Kind so schwerfällt.
Krankheit nicht einsehen (Krankheitsuneinsichtigkeit)
Wenn ein Kind mit Essstörung, Psychose oder schwerer psychischer Erkrankung sich selbst nicht als krank erlebt, ist das meist Teil der Erkrankung (Anosognosie) und kein Trotz. Eltern erfahren hier, wie sie trotzdem Zugang und Behandlung erreichen.
Leistungsfähiger mit weniger Gewicht
Der Glaube, mit weniger Gewicht mehr zu leisten, ist im Sport verbreitet und bei Essstörungen gefährlich. Kurzfristig kann ein Hoch entstehen, mittelfristig schadet der Energiemangel Muskeln, Knochen, Herz, Zyklus und Konzentration.
Licht am Ende des Tunnels
Redewendung für die Hoffnung am Ende einer langen Krankheitsphase. Bei Essstörungen ist Genesung häufig, verläuft aber selten geradlinig und braucht meist Jahre.
Magersucht (Anorexia Nervosa)
Magersucht (Anorexia nervosa) ist eine ernste Essstörung mit starker Angst vor Gewichtszunahme und gefährlichem Untergewicht. So erkennen und begleiten Eltern ihr Kind.
Maudsley Approach (Familienbasierte Therapie)
Siehe Familienbasierte Therapie
Mindfulness (Achtsamkeit)
Siehe Achtsamkeit
Odyssee bis zur Diagnose
Als Odyssee bis zur Diagnose bezeichnen viele Familien den langen Weg über mehrere Anlaufstellen, Wartezeiten und Fehldeutungen, bis feststeht, was ihr Kind hat. Der Beitrag zeigt, warum das bei seelischen Themen häufig passiert und wie Eltern den Prozess ordnen.
Overeating associated with other psychological disturbances
ICD-10-Code für übermäßiges Essen im Zusammenhang mit anderen psychischen Störungen (nicht Binge-Eating-Störung)
Pica
Pica ist eine Essstörung, bei der ein Kind wiederholt nicht-essbare Dinge wie Erde, Kreide oder Papier isst. Dieser Beitrag erklärt Eltern Anzeichen, Ursachen und wann Hilfe nötig ist.
Psychische Gesundheit
Psychische Gesundheit beschreibt seelisches Wohlbefinden: Ein Kind kommt mit Belastungen zurecht, gestaltet Beziehungen und entwickelt sich altersgemäß. Dieser Beitrag erklärt Schutzfaktoren, was Familien im Alltag stärkt und wann fachliche Hilfe nötig wird.
Psychische Probleme
Sammelbegriff für seelische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen, von vorübergehenden Belastungen bis zu behandlungsbedürftigen Störungen wie Angst, Depression, ADHS oder Essstörungen.
Psychoedukation
Psychoedukation heißt, verständliches Wissen über eine psychische Erkrankung und ihre Behandlung zu vermitteln. Sie ist ein eigenständiger und zugleich begleitender Baustein fast jeder Therapie.